(gj) Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte ein hochentwickeltes Problembewußtsein für die Gehölzanalyse auf der Grundlage der Knospenbestimmung und -entwicklung. Sein 1790 erschienenes Werk Die Metamorphose der Pflanzen, hatte zwar noch einen Vorläufer die 41 Jahre vorher erschienene, und inzwischen in Vergessenheit geratene Amoenitates academicis von Pehr Löfling , gilt aber trotzdem als der Anfang der Befassung mit der Pflanzenmorphologie.
Bernd Schulz, der ein Studium der Forstwirtschaft absolvierte und nun seit 1993 am Botanischen Institut in Dresden tätig ist, widmet sich in seinem Buch, das im Winter 1998/99 erschienen ist, der gleichen Thematik.
Da die meisten Gartenfreunde ihren Bestand in Baumschulen, auf Märkten oder per Katalog kaufen, wo sie unter vielen, mit kleinen Schildchen behängten, beschrifteten und bebilderten Sträuchern und Bäumen auswählen können, wird an ihnen die Schwierigkeit, auch ohne diese mehr oder weniger zutreffenden Auskünfte zurechtzukommen, meist vorübergehen.
Aber es gibt einige Bereiche, besonders im Gartenbau, Naturschutz und natürlich im Forstbetrieb, wo man auf diese Kenntnisse dringend angewiesen ist. Die Pflanzzeit fällt meist in die unbelaubte Phase, in der die Gehölze auch über den Handel erworben werden. Hinzu kommen noch einige Arten, die sich ohne das Wissen vom Aufbau der Knospen kaum zuverlässig identifizieren lassen.
Im vorliegendem Werk werden über 700 verschiedene Arten beschrieben. In liebevoller Detailarbeit fertigte der Autor ca. 1.400 Aquarelle an, auf denen er die speziellen Merkmale festgehalten hat. Weiter ist auch ein Bestimmungsschlüssel enthalten.
Durch die für das Auge sehr angenehme Darstellung und auch die Größe der Details wurde hier ein Nachschlagewerk geschaffen, das sich zwar eher an bestimmte Berufsstände wendet. Jedoch kann ihm auch jeder an Botanik interessierte Naturfreund bestimmt eine ganze Menge abgewinnen.
Der Preis mag auf den ersten Blick etwas hoch erscheinen, bedenkt man aber den Aufwand der für die Erstellung notwendig war, und die wahrscheinlich nicht allzu hohe Auflage, so erscheint er doch gerechtfertigt.