Raumfahrt: Endlösung des dringlichsten Problems
in Sicht
(mp) Russische Wissenschaftler arbeiten nach eigenem Bekunden derzeit am dringlichsten Problem der Raumfahrt. Was das wohl sein mag? Richtig geraten, es geht hier wie dort um die Abfallbeseitigung oder, besser, um die Abfallvernichtung. Doch hat das nicht das geringste mit den Raketenteilen zu tun, die bekanntlich mittlerweile zu Zehntausenden gefährlich hilf- und steuerungslos durch den Weltraum irren.
Die Mikrobiologen am staatlichen Moskauer Institut für biologische und medizinische Probleme forschen vielmehr intensiv daran, wie sie der Schmutzwäsche der Astronauten Herr werden können. So arbeiten sie gegenwärtig an einem Cocktail enzymproduzierender Bakterien, der nicht nur organischen Abfall wie die papierenen Unterhosen der Astronauten sondern sogar veritables Plastik entsorgen soll. Und das noch auf der Reise von hier nach dort, oder eben auch von dort wieder zurück. Sehr erfolgreich scheint ihre Arbeit bis jetzt freilich nicht gewesen zu sein, denn die Wissenschaftler rechnen mit der Fertigstellung ihres Bakterien-Mülleimers erst in ca. 18 Jahren, das heißt also ungefähr im Jahre 2017. Es gibt aber auch einen triftigen Grund für die Langwierigkeit des Unterfangens. Das Projekt umfaßt nämlich einen weitaus größeren Komplex, als auf den ersten Blick erkennbar. Geplant ist nämlich, das bei der Abfallvernichtung entstehende Methangas als Energie für das Raumschiff zu nutzen. Und das kompliziert die Angelegenheit einigermaßen.
Doch bei der heutigen Ressourcenknappheit ist es ja prinzpiell richtig, daß nichts ungenutzt bleiben darf. Das Motto lautet: Alles kann verwertet werden. So wird die Schmutzwäsche kurzerhand zum Wertstoff befördert ganz genau wie im richtigen Leben! Der Abfall wird nicht etwa schnöde restlos beseitigt, er wird vielmehr recycelt, also weiterverwendet. Abgesehen davon macht sich jedes eingesparte Kilogramm in Form von niedrigerem Treibstoffverbrauch bemerkbar.
Apropos restlos: Was geschieht eigentlich dann mit den so freundlich den Müll vertilgenden Bakterienkulturen? Müssen sie nach dem Einsatz erneuert werden? Was geschähe dann mit den verbrauchten? Regenerieren die sich selber, auf immer und ewig?
Ist das gar mal wieder ein Fall von Wehe, wenn sie losgelassen!? Unser guter Rat an die Kosmonauten: Finger weg! Denn auch sie bestünden nach der entsprechenden Behandlung (ob freiwillig oder nicht) nur noch aus purer Energie. Diese Möglichkeit wirft aber so grauenvoll es auch klingen mag ein gänzlich neues Licht auf die Verwertbarkeit des Menschen. Und die Rente spart man dann dazu